Pflegedienst

Einen Pflegedienst zu beauftragen, ist oft ein emotionaler Schritt. Er bedeutet nicht „aufgeben“, sondern Verantwortung übernehmen – für Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität. Unterstützung anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke: Sie sorgt dafür, dass Angehörige entlastet werden und Pflegebedürftige die Hilfe bekommen, die sie brauchen.

Was ein Pflegedienst übernimmt (Auswahl)

Über die Pflegekasse (SGB XI)

  • Grundpflege: Hilfe bei Körperpflege, An‑/Auskleiden, Lagerung, Mobilität
  • Hauswirtschaft: Reinigung, Wäsche, einfache Mahlzeiten – je nach Pflegegrad
  • Betreuung im Alltag: Begleitung, Aktivierung, Struktur
  • Beratungseinsätze bei Pflegegeldbezug (Pflichttermine)

Über die Krankenkasse (SGB V)

  • Behandlungspflege: Verbandswechsel, Medikamentengabe, Injektionen
  • Wundversorgung nach ärztlicher Verordnung
  • Messungen/Kontrollen (z. B. Blutzucker, Blutdruck) nach Verordnung

Abrechnung und Kombinationsleistungen

Leistungen nach SGB XI werden über die Pflegekasse abgerechnet (Pflegesachleistungen), SGB‑V‑Leistungen über die Krankenkasse (ärztliche Verordnung nötig). Möglich ist eine Kombinationsleistung: ein Teil Pflegedienst (Sachleistung), ein Teil Pflegegeld. Dazu kommen der Entlastungsbetrag sowie ggf. Verhinderungspflege zur Entlastung.

So läuft die Zusammenarbeit ab

  1. Erstgespräch (zu Hause): Bedarf, Pflegeziele, Zeiten, Prioritäten
  2. Angebot/Vertrag: Leistungsumfang, Kosten, Vertretungen, Erreichbarkeit
  3. Start der Einsätze mit fester Bezugspflege, Dokumentation und regelmäßigen Anpassungen
  4. Qualitätssicherung: Feedback, Schulungen, ggf. Einbindung weiterer Dienste (z. B. Hausnotruf)

Warum der Schritt gut ist – positive Aspekte

Gute Auswahl treffen: Woran Sie Qualität erkennen

Emotionale Seite: Hilfe annehmen darf sich gut anfühlen

Es ist normal, zunächst Vorbehalte zu haben. Viele Familien berichten aber, dass die Entscheidung spürbare Entlastung, weniger Konflikte und mehr Qualität in gemeinsamen Stunden bringt. Unterstützung annehmen ist ein Akt der Fürsorge – für sich selbst und füreinander.

Praxisbeispiel

Herr M. (PG 2) wurde von seiner Ehefrau gepflegt. Die Morgenpflege wurde zunehmend anstrengend. Mit einem Pflegedienst übernahm geschultes Personal an drei Tagen pro Woche die Grundpflege und das Anziehen; die Ehefrau konzentriert sich nun auf gemeinsame Aktivitäten. Ergebnis: weniger Überforderung, bessere Stimmung, stabilere Versorgung – und mehr Lebensqualität für beide.

Checkliste: Gut starten mit dem Pflegedienst

  1. Bedarf priorisieren (Morgenroutine, Wundversorgung, Wege)
  2. Zwei bis drei Dienste vergleichen (Erreichbarkeit, Zeiten, Vertretung)
  3. Vertrag/Leistungsnachweise prüfen (Kosten, Dokumentation)
  4. Starttermin planen, Bezugspflege klären
  5. Nach 2–4 Wochen Feedback‑Termin zur Feinjustierung

Verwandte Themen: Entlastungsleistung, Verhinderungspflege, Hausnotruf.

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